Dr. med. Willibald Wittmann & Dr. med. Mark Henne – Fachärzte für Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin

Nervenengpass-Syndrom am Ellenbogen (Sulcus-ulnaris-Syndrom)

Was versteht man darunter?

Beim Sulcus-ulnaris-Syndrom handelt es sich um eine Druckschädigung des Ulnaris-Nerves im Bereich der inneren knöchernen Rinne am Ellenbogen durch eine vermehrte Enge.

Wie kommt es dazu?

Durch einmalige oder wiederholende Unfälle mit Beteiligung des Ellenbogengelenkes oder des Ulnaris-Nerves kann sich neuer Knochen oder Weichteilgewebe bilden, welches zunehmend zu einer Einengung der Rinne und somit zu einer Quetschung des Nervens führt. Auch eine Kompression durch Tumoren oder Entzündungen (z.B. Rheuma) können ursächlich sein.

Was sind die typischen Beschwerden?

Patienten klagen zu Beginn häufig über einen Druckschmerz über der inneren knöchernen Rinne am Ellenbogen (sog. Musikantenknochen oder Mäuschen). Es kommt zu einem zunehmenden ameisenartigen Einschlafen der äußeren Handkante sowie Ring- und Kleinfinger, das häufig durch Beugung im Ellenbogengelenk verstärkt wird. In fortgeschrittenerem Stadium kann es zu einer Muskelschwäche im Bereich der Hand mit Verformung dieser zu einer Krallenform und verminderter Beugung und Abspreizung im Handgelenk kommen.

Welche speziellen Abklärungen sind notwendig?

Im Mittelpunkt der ärztlichen Befragung stehen die typischen Beschwerden. Neben der klinischen Diagnostik mit Funktionstests (z.B. Froment-Zeichen) ist eine neurologische Abklärung durch den Nervenarzt mit Testung der Nervenleitgeschwindigkeit und der Elektrostimulation der entsprechenden Muskeln wichtig. Zusätzlich kann ein Kernspin oder eine Computertomographie die Ursache des Syndroms konkretisieren.

Wie wird behandelt?

Bei einer leichten Ausprägung mit Taubheitsgefühl ist eine Ruhigstellung des Ellenbogens in leichter Streckstellung oft in Kombination mit einem entzündungshemmenden Schmerzmedikament empfehlenswert. Durch krankengymnastische Beübung kann der Nerv mobilisiert werden.

Bei fehlender Besserung oder Verschlechterung mit einer muskulären Schwäche ist häufig eine operative Nervenfreilegung oder -verlagerung notwendig. Ziel ist es, die Quetschung des Nerves aufzuheben und somit Schmerzen und Nervenausfälle zu reduzieren. Unserer Meinung nach sollte dieser Eingriff ausschließlich durch Spezialisten durchgeführt werden. Wenn Sie es wünschen, können wir Ihnen entsprechende Kollegen, mit denen wir sehr gute Erfahrungen gemacht haben, nennen. Im Übrigen ist eine Nachbehandlung nach dem operativen Eingriff in der Regel in unserer Praxis ohne Weiteres möglich.

Wie lange dauert die Arbeits- und Sportunfähigkeit nach solchen Eingriffen?

Dies ist abhängig von der beruflichen und der sportlichen Belastung. Normalerweise sollte eine Belastung im Alltag und Beruf nach zwei Wochen nach erfolgtem Fadenzug möglich sein. Jedoch können Taubheitsgefühl oder Muskelschwäche noch länger anhalten (Wochen bis Monate), da sich Nervenschäden wesentlich langsamer erholen.

Schlussbemerkung:

Die oben angegeben Ausführungen sollen Ihnen einen Überblick der bei Ihnen gestellten Diagnose und der möglichen Behandlungsmaßnahmen geben. Gerne stehen wir Ihnen bei Rückfragen zur Verfügung und erstellen einen auf Sie individuell abgestimmten Therapieplan.