Dr. med. Willibald Wittmann & Dr. med. Mark Henne – Fachärzte für Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin

Kindlicher Knick-Senkfuß (Pes plano-valgus)

Was versteht man darunter?

Der Knick-Senkfuß ist die häufigste Fußdeformität im Kleinkindes- und Kindesalter. Dabei kommt es zu einem vermehrten Einknicken der Ferse nach innen im Sinne einer X-Stellung (Knickfuß) mit Abflachung des Längsgewölbes. Es handelt sich meist um eine harmlose Deformität, die bis zu einem gewissen Grade normal ist.

Wie kommt es dazu?

Beim kindlichen Knick-Senkfuß können eine vermehrte Überbeweglichkeit der Bänder, Muskelschwäche, Übergewicht, eine vermehrtes X- oder O-Bein-Stellung der Knie oder Lähmungen ursächlich verantwortlich sein.

Was sind die typischen Beschwerden?

Kinder klagen meist nicht über Schmerzen oder sonstige Beschwerden durch den Knick-Senkfuß. Meist werden sie von den Eltern vorgestellt wegen der auffallenden Fußfehlstellung oder eines unrunden Gangbildes.

Welche speziellen Abklärungen sind notwendig?

Meistens reicht eine Inspektion des Fußes mit entsprechenden Funktionstests aus. Dabei ist es wichtig sich ein Bild der Deformität unter Belastung und beim Gehen zu machen. Die Fehlstellung sollte sich bei Kindern im Zehenstand ausgleichen.

Wie wird behandelt?

Der kindliche Knick-Senkfuß hat einen sehr guten Spontanverlauf und muss nicht übertrieben therapiert werden. Wichtig ist eine spielerische Fußgymnastik mit greifenden Übungen der Zehen sowie eine Stabilisierung des Sprunggelenkes durch Zehen-/Fersenstand oder intensiver einem Training auf einem Kreisel. Eine Krankengymnastik ist selten erforderlich. Nur bei ausgeprägteren kindlichen Knick-Senkfüßen sollte eine Einlagenversorgung mit einem sog. Supinationskeil erfolgen um größere Fehlbelastungen und Haltungsschäden zu verhindern

Wie ist der Verlauf?

Bei einem flexiblen kindlichen Knick-Senkfuß ohne knöcherne Deformität ist die Prognose gut. Meistens bedürfen sie keiner Therapie. Bis zum Schultalter kommt es meist zu einer Spontankorrektur.

Schlussbemerkung:

Die oben angegeben Ausführungen sollen Ihnen einen Überblick der bei Ihnen gestellten Diagnose und der möglichen Behandlungsmaßnahmen geben. Gerne stehen wir Ihnen bei Rückfragen zur Verfügung und erstellen einen auf Sie individuell abgestimmten Therapieplan.