Dr. med. Willibald Wittmann & Dr. med. Mark Henne – Fachärzte für Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin

Der Klumpfuß

Was versteht man unter einem Klumpfuß?

Der Klumpfuß ist eine meistens angeborene Fußfehlstellung, die durch eine Störung des Muskelgleichgewichts verursacht wird. Dies führt zu einem typischen Erscheinungsbild mit O-Fuß im Rückfußbereich (Pes varus), Sichelfußstellung des Vorfußes (Pes adductus), Spitzfuß (Pes equinus), Anspreizfuß (Pes supinatus) und Hohlfuß (Pes excavatus).

Wie entsteht ein Klumpfuß?

Diese Fußdeformität ist meistens angeboren, kann aber auch bei Nervenschädigungen auftreten (neurogener Klumpfuß). Die angeborene Fehlstellung besteht bereits bei der Geburt. Jungen sind doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. Die Ursache für den angeborenen Klumpfuß ist nicht endgültig geklärt. Eine wichtige These ist die Fehlhaltung bei ungünstiger Lage des Embryos im Mutterleib. Aber auch genetische Ursachen, frühkindliche Hirnschäden, Durchblutungsstörungen oder eine zu geringe Menge an Fruchtwasser können dafür verantwortlich sein.

Wie sieht das Beschwerdebild aus?

Durch die frühe Diagnostik des Klumpfußes sieht man heutzutage nur noch selten Patienten in gangfähigem Alter, teilweise noch mit einer Restsymptomatik nach Klumpfußbehandlung.

Durch die oben beschriebene Fehlstellung des Fußes können die Erwachsenen den Fuß nicht normal aufsetzen sondern laufen bei stark nach innen gedrehtem Fuß und verkürzter Achillessehne auf dem äußersten Fußaußenrand.

Wie wird der Klumpfuß festgestellt?

Die Diagnose stellt der Arzt meist direkt nach der Geburt anhand der typischen Fehlbildungen des Fußes. Zusätzlich kann eine Röntgenuntersuchung die Diagnose sichern und im weiteren Verlauf den Erfolg einer Therapie dokumentieren.

Wie wird er behandelt?

Schon in den ersten Tagen nach der Geburt sollte der Fuß in eine korrekte Stellung gebracht werden und durch einen Gips fixiert werden. Dieser Gips muss alle paar Tage gewechselt werden und die Korrektur etappenweise fortgesetzt werden. In der Regel kann nach drei bis acht Gipsen eine komplette Korrektur ohne Operation erreicht werden. Nach Abschluss der Gipskorrektur erfolgt für drei Monate die Anlage einer speziellen Schiene, die anfangs ganztägig getragen werden muss. Nach und nach wird die Tragezeit dann tagsüber verkürzt, sodass nach Ablauf weiterer drei Monate die Schiene nur noch Nachts bzw. zum Mittagsschlaf, bis zum Alter von vier Jahren getragen werden muss.

Trotz der Korrektur des Fußes mit Geradestellung bleibt eine Verkürzung der Achillessehne zurück. Aus diesem Grund wird meist im Alter von 3 Monaten eine operative Verlängerung der Achillessehne durchgeführt. Außerdem können bei weiterhin bestehenden Beschwerden im Verlauf Muskelverpflanzungen oder Gelenkversteifungen notwendig sein.

Zur Erhaltung der Korrektur ist eine begleitende Krankengymnastik sinnvoll, um die verkürzten Muskeln zu dehnen und die Fußwurzelgelenke zu mobilisieren. Auch eine Einlagenversorgung oder spezielle orthopädische Schuhe (Anti-Varus-Schuh) sind im Kindes- und Jugendalter wichtig.