Dr. med. Willibald Wittmann & Dr. med. Mark Henne – Fachärzte für Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin

Knickfuß (Pes valgus), Senkfuß/Plattfuß (Pes planus)

Was versteht man darunter?

Der Knick-Senkfuß (Pes planovalgus) ist eine Fersenabknickung unter Belastung nach innen mehr als 20° mit Abflachung des Längsgewölbes und einer Abspreizung des Vorfußes nach außen.

Wie kommt es dazu?

Bei dem Knick-Senkfuß handelt es sich um eine statische Deformität bei der es zu einer Schwäche des Muskel- und Bandapparates kommt. Der Patient steht sousagen neben dem Schuh. Häufig tritt der Knick-Senkfuß auch bei Schwäche der Tibialis-posterior-Sehne nach Unfall, Poliomyelitis oder zentralen/peripheren Nervenschäden auf.

Was sind die typischen Beschwerden?

Häufig treten belastungsabhängige Schmerzen im Bereich der Fußmuskulatur entlang des Längsgewölbes auf. Jedoch besteht keine Korrelation zwischen des Ausmaßes des Knick-Senkfußes und den Beschwerden.

Welche speziellen Abklärungen sind notwendig?

Man testet aus ob der betroffene Fuß noch gut mobilisierbar ist oder schon eher kontrakt und unbeweglich, so dass er sich im Zehenstand nicht mehr alleine korrigiert (im Vergleich zum harmlosen kindlichen Knick-Senkfuß). Außerdem sollte durch den Nervenarzt abgeklärt werden, ob eine schlaffe oder spastische Lähmung vorliegt. Mittels einer Röntgenaufnahme kann die Stellung des Sprungbeines kontrolliert und beginnende arthrotische Veränderungen ausgeschlossen werden.

Wie wird behandelt?

Bei einem meist leichten (lockeren) Senk-Spreizfuß ist eine Einlagenversorgung mit Innenranderhöhung und Supinationskeil um ein vermehrtes Abknicken des Fußes nach innen zu verhindern. Bei schwereren Deformitäten oder einer Spastik reicht eine Einlagenversorgung meist nicht mehr aus und es müssen orthopädische Maßschuhe angefertigt werden. Sollten konservative Therapiestrategien nicht zum Erfolg führen muß ein operativer Sehnentransfer oder eine Versteifung durchgeführt werden.

Wie ist der Verlauf?

Der leichte, lockere Knick-Senkfuß kann mit Einlagen gut kompensiert werden und hat eine gute Prognose. Je stärker die Fehlstellung, desto größer ist die Gefahr einer späteren Arthrose.

Schlussbemerkung:

Die oben angegeben Ausführungen sollen Ihnen einen Überblick der bei Ihnen gestellten Diagnose und der möglichen Behandlungsmaßnahmen geben. Gerne stehen wir Ihnen bei Rückfragen zur Verfügung und erstellen einen auf Sie individuell abgestimmten Therapieplan.