Dr. med. Willibald Wittmann & Dr. med. Mark Henne – Fachärzte für Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin

Spreizfuß (Pes transverso-planus)

Was versteht man darunter?

Der Spreizfuß ist die häufigste erworbene Fußdeformität bei der es zu einer Absenkung des Quergewölbes im Vorfußbereich kommt. Daraus resultiert eine Verbreiterung des Fußballens, häufig einhergehend mit einem Schmerz im Mittelfußbereich (Metatarsalgie).

Wie kommt es dazu?

Beim Spreizfuß handelt es sich um eine statische Deformität des Vorfußes, die durch eine Schwäche der Muskulatur und der Bänder mit einem Tiefertreten der Mittelfußköpfchen verursacht wird. Begünstigt wird diese Schwäche häufig familiär (meist Mutter und Tochter), durch zu enges Schuhwerk im Vorfußbereich mit hohen Absätzen und sich daraus entwickelnde Zehendeformitäten (Hallux valgus, Hammerzehen). Auch Übergewicht kann einen Spreizfuß verstärken.

Was sind die typischen Beschwerden?

Durch das Absinken des Quergewölbes mit Verbreiterung des Vorfußes kommt es häufig zu einer Überbelastung mit Schmerzen über den Mittelfußköpfchen meist im Stand oder beim Abstoßen. Bei länger bestehendem Spreizfuß kann es zu einer vermehrten Beschwielung des Ballens oder des Großzehengrundgelenkes auf der Innenseite kommen. Durch die Fehlstatik bilden sich häufig auch Zehendeformitäten wie der Hallux valgus oder Hammer- oder Krallenzehen aus.

Welche speziellen Abklärungen sind notwendig?

Meist ist eine klinisch Diagnostik ausreichend mit Begutachtung des Fußes im Stehen und beim Gehen mit anschließenderAbtstung und Auslösung eines Druckschmerzes. Durch eine Röntgenaufnahme des Fußes im Stehen kann der sog. Intermetatarsale-Winkel ausgemessen werden, der normalerweise unter 10° liegen sollte. Weiterhin kann der Fuß über eine computergestützte Fußdruckvermessung analysiert und behandelt werden.

Wie wird behandelt?

Meist ist eine konservative Therapie ausreichend um eine volle Belastungsfähigkeit zu erreichen. Akute Reizzustände werden durch Ruhigstellung, Behandlung mit Eis und entzündungshemmenden Schmerzmedikamenten behandelt. Fußgymnastik stärkt die Muskulatur, kann aber eine bestehende Deformität nicht korrigieren. Die Standardtherapie ist eine Versorgung mit korrigierenden Einlagen. Dabei ist auf eine Fußbettung mit einer retrokapitalen Abstützung der Mittelfußköpfchen mittels einer Pelotte wichtig. Diese wird durch den orthopädischen Techniker durchgeführt und kann mittels einer computergestützten Fußdruckvermessung noch detailierter analysiert werden. Meist wird der häufig kombiniert auftretende (Knick-)Senkfuß in die Einlage mit eingebaut.

Nur beim Versagen der konservativen therapeutischen Maßnahmen oder sich entwickelnden Zehendeformitäten ist eine operative Versorgung notwendig.

Schlussbemerkung:

Die oben angegeben Ausführungen sollen Ihnen einen Überblick der bei Ihnen gestellten Diagnose und der möglichen Behandlungsmaßnahmen geben. Gerne stehen wir Ihnen bei Rückfragen zur Verfügung und erstellen einen auf Sie individuell abgestimmten Therapieplan.