Dr. med. Willibald Wittmann & Dr. med. Mark Henne – Fachärzte für Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin

Osteoporose (Knochenschwund)

Was versteht man unter Osteoporose?

Die Osteoporose ist eine Erkrankung des Knochens bei der es zu einer Abnahme der Knochendichte durch einen übermäßig raschen Abbau der Knochensubstanz und –struktur kommt. Dies führt häufig zu Knochenbrüchen im Bereich des ganzen Skelettes, kann aber auch ganz allgemein Knochenschmerzen machen.

Bei der Osteoporose handelt es sich um die häufigste Knochenerkrankung im höheren Alter. 25,8% der über 50jährigen in Deutschland leidet an dieser Krankheit. Dabei sind Frauen mit 83% deutlich häufiger betroffen als Männer.

Wie entsteht die Osteoporose?

Generell unterscheidet man die primäre und sekundäre Osteoporose. Während zweitere mit 5% eher selten ist und auf andere Krankheiten oder auf die Einnahme von Cortison zurückzuführen ist, betrifft die primäre Osteoporose ausschließlich den Knochen. Die Knochenmasse nimmt etwa in den ersten 30 Lebensjahren zu, erreicht dann einen Höhepunkt und fällt in den späteren Lebensjahren langsam wieder ab.

Dabei unterscheidet man die Typ I-Osteoporose (postmenopausale Osteoporose) durch eine Überaktivität der knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) bei 50-65jährigen Frauen nach Beendigung der Regelblutung und die Typ II-Osteoporose (senile Osteoporose) durch eine altersbedingte, verminderte Aufnahme von Calcium und Vitamin D und deren Einbau in den Knochen bei Frauen und Männern über 70 Jahre.

Wie erkennt man Osteoporose?

Bei Verdacht auf Osteoporose ist die wichtigste Untersuchungstechnik die Knochendichtemessung. Dabei wird der sogenannte T-Wert ermittelt, der einen Vergleich des gemessenen Knochendichtewertes mit der Population junger erwachsener Frauen und eine Aussage zum Bruchrisiko ermöglicht.

Bei einer Standard-Abweichung dieses T-Wertes von -1,5 bis -2,5 spricht man von einer Knochendichteminderung (Osteopenie) im Gegensatz zu eines Knochenschwundes (Osteoporose) bei einem Wert unter -2,5.

Blutwerte reichen nicht aus eine Osteoporose oder Osteopenie zu diagnostizieren.

Neben der Knochendichtemessung kann aber auch die Röntgenaufnahme Hinweise darauf geben, dass eine Osteoporose vorliegt, sie aber nicht quantitativ messen. Jedoch können im Röntgen Brüche von Wirbelkörpern oder anderen Röhrenknochen nachgewiesen werden.

Die Messung der Knochendichte zur Früherkennung ist derzeit keine Leistung der gesetzlichen Kassen. Der Versicherte muss sie nur dann nicht selbst bezahlen, wenn vor der Messung ein Knochenbruch ohne erklärende Ursache (z. B. Sturz, Unfall) und zusätzlich ein Verdacht auf Osteoporose (Risikofaktoren) vorliegt.

Wie behandelt man Osteoporose und was kann man vorbeugend dagegen machen?

Standardmedikation bei Knochendichteminderung (Osteopenie) und –schwäche ist die ausreichende Gabe von Calcium und Vitamin D. Des weiteren ist die Empfehlung nach Leitlinien die Gabe eines sogenannten Bisphosphonates, welches sowohl als Tablette als auch als Spritze oder Infusion gegeben werden kann. Bei Nichtwirken eines Bisphosphonates ist auch eine Gabe von Hormonen (Parathormom, Wachstumshormon) möglich.

Die wichtigste Vorbeugung der Osteoporose ist die körperliche und sportliche Aktivität. Weiterhin fördert das Sonnenlicht die Produktion von Vitamin D in der Haut. Ernährungstechnisch wird empfohlen, dass man ca. 1 Gramm Calcium pro Tag über Milchprodukte zu sich nehmen soll.