Dr. med. Willibald Wittmann & Dr. med. Mark Henne – Fachärzte für Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin

Menschlicher Fuß (anatomisches Modell)

Arthrosebehandlung

Kennen Sie das: beim Treppensteigen, bei der Hausarbeit oder beim Sport – immer wieder diese Schmerzen in den Gelenken? Sind Ihre Gelenke wetterfühlig oder haben Sie beim Aufstehen „steife Knochen“?

Können Sie diese Fragen eindeutig mit „Ja“ beantworten, lautet die Diagnose meist Arthrose. Mehr als acht Millionen Menschen in Deutschland leiden an dieser Krankheit.

Arthrose ist eine so genannte degenerative Erkrankung. Es handelt sich dabei um den krankhaften Verschleiß einzelner oder mehrerer Gelenke.

Arthrose beginnt in der Regel mit einer Schädigung des Gelenkknorpels, der auf den Knochenenden sitzt. In der Folge reiben die Gelenkenden bei jeder Bewegung aneinander, es kommt zu Schmerzen und weiterem Verschleiß, der bis zum vollkommenen Verlust des Knorpels reichen kann.

Die Krankheit Arthrose selbst ist nicht heilbar, man kann ihre Auswirkungen aber lindern und den Fortgang der Krankheit bremsen. Dabei gilt: Je früher die Behandlung einsetzt, desto größere Erfolge lassen sich für das betroffene Gelenk erreichen.

Was tun, wenn die Diagnose Arthrose lautet?

Durch die körperliche Untersuchung, meist ergänzt um ein bildgebendes diagnostisches Verfahren (z. B. Röntgen), werden das Ausmaß und die Ursachen der bestehenden Arthrose erfasst. Darauf basierend erfolgt die individuelle Behandlungsempfehlung.

Häufig liegen mechanische Überbelastungen vor, z. B. durch Übergewicht, Achsfehlstellungen oder vorausgegangene Verletzungen. Als Auslöser kommen aber auch entzündliche Erkrankungen (z. B. Gelenkrheuma) oder eine erbliche Komponente in Frage. All diesen schädigenden Einflüssen ist gemeinsam, dass sie den Knorpelschutzbelag der Gelenke beeinträchtigen. Dabei ist nicht, wie häufig angenommen, der zerstörte Knorpelüberzug selbst schmerzhaft, sondern der ständige Knorpelabrieb führt über eine Kettenreaktion zu einer schmerzhaften Entzündung des Gelenkraums.

Halswirbelsäule (anatomisches Modell)

Indem Sie auf Ihr Körpergewicht achten und regelmäßig gelenkschonende Bewegungen (z. B. Radfahren, Schwimmen, Nordic Walking) ausführen, unterstützen Sie die spezielle Arthrosebehandlung. Einmal eingetretene entzündliche Prozesse lassen sich durch die medikamentöse Gabe entzündungshemmender Medikamente (z. B. Diclofenac) oder die direkte Infiltration von Kortison in das betroffene Gelenk verbessern. Diese Behandlung wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Sie können aber noch mehr für sich tun!

Die moderne Orthopädie bietet schonende Verfahren, mit denen sich das Ergebnis verbessern lässt:


Mit einer computergestützten Fußdruckmessung lassen sich passgenaue Einlagen herstellen, die vorhandene Achsfehlstellungen korrigieren und so das Belastungsverhältnis im Gelenk verbessern. Gleichzeitig wird durch die passgenaue Anfertigung der Tragekomfort wesentlich erhöht.

Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Körpers. Sie kommt unter anderem im Bindegewebe vor und ist der Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit. Hyaluronsäure ist das Schmiermittel im Gelenk und besitzt eine hohe Schutz- und Versorgungsfunktion für den Knorpel. Die Arthrose hat einen negativen Einfluss auf die Quantität und Qualität der körpereigenen Hyaluronsäure. Eine Knorpelschutzbehandlung setzt hier an: Um das Nährstoffangebot für den Gelenkknorpel zu verbessern, wird synthetisch hergestellte Hyaluronsäure in das betroffene Gelenk injiziert. Sie hat eine relativ lange Verweildauer im Gelenk, was eine schonende und anhaltende Schmerz- sowie Entzündungshemmung bewirkt.

Zur ganzheitlichen Arthrosebehandlung gehört die Akupunktur. Sie kann bei vielen Krankheitsbildern sehr gute Ergebnisse erzielen, ohne zu belasten. Bei Patienten, die unter Arthrose leiden, können Schmerzen gelindert und die Gelenkfunktion verbessert werden. Das Stechen der Nadeln erfolgt praktisch schmerzfrei.

Auch die Homöopathie besitzt in der Behandlung der Arthrose einen Stellenwert. Vor allem in den frühen Erkrankungsstadien lassen sich dadurch gute Erfolge erzielen. Der optimale Effekt wird erreicht, wenn die Wirksubstanzen direkt in das Gelenk injiziert werden. Das Prinzip beruht auf einer direkten entzündungshemmenden Wirkung vor Ort sowie der Aktivierung der natürlichen Schutzmechanismen.

Gerade auf dem Gebiet der Nahrungsergänzung hat die Medizin in den letzten Jahren große Entwicklungen vollzogen. Chondroitin und Glucosamin sind wichtige Bestandteile der Knorpelmatrix. Sie schützen dessen Festigkeit und verstärken die Einlagerung von Wassermolekülen in den Knorpel. Es lässt sich nachweisen, dass die längerfristige Optimierung der täglichen Nahrung um solche Bestandteile die Stoßdämpferfunktion des Knorpels verbessert und seine Widerstandskraft erhöht.

All diese Empfehlungen sind Mosaiksteine in der modernen Arthrosetherapie. Sie eignen sich sowohl für die ausschließliche Anwendung, können aber auch untereinander kombiniert werden. Dabei berücksichtigen sie individuelle Voraussetzungen und sind äußerst schonend.